11. 2. 26: Maschinen, die Musik machen

Maschinen, die Musik machtenWie war das vor der Erfindung von Grammophon und 
moderner Schallplatte? Sina Hildebrand schilderte und erläuterte bei ihrem 
interessanten Vortragsabend im Gochsheimer Apothekenmuseum die Zeit, als 
Musik ganz ohne Strom auch von gestanzten Lochplatten, Stiftwalzen und 
Lochbändern kam, welche Apparate in fast allen Größen zum Erklingen 
brachten. Bekannt ist heute natürlich noch immer die Drehorgel, die bis in 
die 20iger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein ihre größte Popularität 
erreichte. In den Berliner Hinterhöfen durfte aber nicht jeder spielen. Es 
wurde auf musikalische Qualität geachtet und es bedurfte sogar einer 
polizeilichen Aufführungsgenehmigung. Das wiederum sicherte eine 
einträgliche Verdienstquelle für jene, die eine entsprechende Erlaubnis 
erhielten. Vorläufer waren aber schon seit 500 vor Christus Glockenspiele 
und dann immer neu entwickelte Systeme und Spieldosen. Der Kreativität und 
handwerklichen Fertigkeiten waren keine Grenzen gesetzt. 1884 gab es erste 
Lochplatten, die Musik abspeicherten. Selbst Fotoalben oder zwitschernde 
mechanische Vögel brachte man zum Erklingen. Die vorgestellten Exponate 
waren durchweg faszinierend und unbekannt. Sie wurden von Frau Hildebrand 
spannend nahegebracht. Ein kultureller Abend mit vielen Neuigkeiten lohnte 
den Besuch.