Sommerthema Flachs und Leinen
Sommerthema 2024 „Flachs und Leinen“ im Apothekenmuseum mit Vortrag zum Leinenweben beendet
Zum Ende des Sommerthemas gab Jutta Lückemeyer-Bomke einen Einblick in ihr umfangreiches Wissen über Flachs, Leinen und Weberei in der Alten Stadt-Apotheke Gochsheim.
In ihrer Familie hat die Weberei eine lange Tradition. Der Familienwebstuhl wird immer in weiblicher Linie weitergegeben. Der Webstuhl wurde im Winter nach der Feld- und Erntearbeit vom Heuboden geholt, in der Scheuer aufgestellt, bespannt und eingerichtet. Am Beispiel von Baum- und Leinengarn konnten die Besucher die Reißfestigkeit der Materialien testen. Leinengarn hatte dabei die Nase deutlich vorn. Die Weberei hat in vielen Kulturen weltweit eine lange Tradition.
In Norddeutschland hatte sich aus der häuslichen Weberei eine Industrie entwickelt, die vor allen Dingen England mit Segeltuch, robuster Arbeitskleidung bis hin zu Hosen für Sklaven belieferte. Mit der napoleonischen Kontinentalsperre wurden viele Leinweber arbeits- und brotlos und wanderten nach Nordamerika aus. 20.000 Menschen mussten deshalb ihre Heimat verlassen. Im Laufe der Geschichte wurden die Verfahren ständig verbessert und rationalisiert bis hin zur Textilindustrie, die in Deutschland dann weitgehend verschwunden ist.
Langlebig und anschmiegsam
Mit dem Vorurteil, dass Leinenstoffe immer kratzig und unangenehm zu tragen sind, räumte Lückemeyer-Bomke auf und zeigte mit ihrer Kleidung die Vielfalt des Materials Leinen. Mit dem positiven ökologischen Fußabdruck, im Gegensatz zur Baumwolle, gewinnt der Flachs. Jedoch hat das Leinen für Modebewusste den entscheidenden „Nachteil“, dass es viel zu langlebig ist und jahrzehntelang hält. Mit dem Alter wird Leinen sogar noch weicher und anschmiegsamer.
