Schafhaus in Gochsheim

Interessantes zum Schafhaus in Gochsheim

Auf große Resonanz stieß im Februar der historische Vortrag von Richard Schmid zur Schafzucht im damaligen Württemberg und zum alten „Schafhaus“ in Gochsheim. In der Unteren Bergstraße, gegenüber der Pizzeria D’Alessandro, ist das historische Gebäude ein echter „Hingucker“ auch wenn zu dessen Historie in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist.  Das Haus wurde 1785 bis 1787 erbaut.. Die Errichtung des Gebäudes geht,  wie auch in anderen Orten, auf Herzog Carl Eugen von Württemberg zurück, der in seiner späteren Regentschaft die Schafzucht zu einem damals wichtigen Wirtschaftszweig ausbaute. Sowohl die Wolle, das Fleisch wie auch der Dung durch Schafe waren bedeutend. So liess der Herzog 1786 spanische und französische „Merinos“ mit hiesigen Zaupelschafen kreuzen. Das erfolgreiche Ziel war, die Wolle der heimischen Landschafe zu verfeinern. In den dann jeweils mehrjährig verpachteten  „Schafhäusern“ waren, wie in Gochsheim, rund 600 Schafe untergebracht. Die Tiere durften als Privileg der Obrigkeit aber nur auf Flächen des Landesherrn weiden . Vermutlich mit den beiden Schlössern wurde auch das „Schafhaus“ an die Stadt Gochsheim verkauft, die es 1911, ca. 2/3 davon, an privat veräußerte. 1998 wurde auch der restliche Teil, der ehemalige „Farrenstall“, von der Stadt Kraichtal verkauft. Herr Schmid macht es sich zur Aufgabe, das Haus in Eigenarbeit Stück für Stück denkmalgerecht zu renovieren. Er greift dazu auch auf alte Materialien wie Balken und Ziegel aus Abbruchhäusern zurück. So verbinden sich Geschichte und Gegenwart. Die Besucher in der Apotheke waren beeindruckt und wünschen Herrn Schmid weiter einen langen Atem bei seinem Projekt. Barbara Burg danke dem Referenten mit einem kleinen Ostergeschenk und schloss sich den guten Wünschen für die Zukunft des „Schafhauses“ in Gochsheim an.

Foto: 600 Schafe fanden zu  herzoglichen Zeiten hier mal Platz