Nord-Irland: Spannend, klein aber fein

Selbst Fußballer dürften den Name des Nordiren McCrum kaum kennen. Der
Torhüter ärgerte sich 1890 über folgenlose Fouls an ihm und „erfand“
dann kurzerhand den 11-Meter. Der bekannteste Fußballer von dort dürfte der
legendäre George Best von Manchester United gewesen sein. Solche
interessanten Informationen und Anekdoten erzählte der Neu-Gochsheimer und
Nordire Phillip Browne launig und charmant über sein Heimatland, dem kleinen
Teil der Insel Irland, der zum Vereinigten Königreich gehört.
Auch die Historie wurde gestreift, wie insgesamt Land und Natur. Wer grüne
Landschaften liebt, gerne in pittoresken Bergen wandert und sich vor Regen zu
schützen weiß, für den ist Nord-Irland ein ideales Urlaubsland.
Die „Titanic“, die wohl jeder kennt, wurde in Belfast gebaut und hat die
Werft unbeschädigt verlassen, wie Browne mit einem Lächeln ausführte. 2002
wurde das große „Titanic Belfast Museum“ eröffnet.

Eine Persönlichkeit wie der Schauspieler Liam Neeson hat bei der Tante von
Phillip Browne in den Ferien gearbeitet. Später stellte er den Oskar
Schindler in „Schindlers Liste“ eindrucksvoll dar.  Der für seine
Gedichte bekannte Schriftsteller Seamus Heaney hat den Literaturnobelpreis
bekommen.

Dass die Iren, auch die Nordiren, in allen Teilen der Welt Zuhause sind, hat
nicht nur mit den verheerenden Hungersnöten des 19. Jahrhunderts zu tun.
Ausgelöst durch die Kartoffelfäule verhungert die Hälfte der Bevölkerung.
Die dadurch erzwungene Auswanderung und die Erfahrung, dass man überall
Zuhause sein kann, deshalb haben Nordiren keine Angst vor der Fremde. Die
Mehrzahl von Brownes ehemaligen Mitschülern sind auf der ganzen Welt
verstreut.

Auch er hat sich jetzt mit seiner Familie in Gochsheim niedergelassen und
fühlt sich wohl. Mit einem alten Whiskey wurde darauf angestoßen. Barbara
Burg bedankte sich für die Leichtigkeit des fesselnden Vortrages in
exzellentem Deutsch.