Japanische Tradition  in Gochsheim

Mit Märchen, Geschichten und Liedern aus dem fernen Japan startete das neue Jahr in der alten Gochsheimer „Apotheke.“ Familie Csizmazia aus Karlsruhe präsentierte das traditionsreiche japanische „Kistentheater“. Diese Tradition des bildgestützten Erzählens wird heute noch gepflegt. Vor Einführung des Fernsehens war dieses „Kamishibai“ mit tausenden von Erzählern mit Millionenpublikum als Unterhaltung überall verbreitet. Frau Csizmazia erzählte, wie sie als Kind noch die Märchenerzähler erlebte. Sie fuhren mit ihrer Kiste per Fahrrad von Ort zu Ort und präsentierten gegen einige Münzen ihre Kunst. Zu den Texten gibt es gemalte Bilder, die in szenischer wechselnder Abfolge in einen bühnenähnlichen Rahmen gesteckt wurden. So erlebte man in der Stadtapotheke die ins Deutsche übersetzten Stücke wie die vom alten Mann und seiner Frau, die zu arm waren, um sich den traditionellen Neujahrsreis „Mochi“ leisten zu können. Doch wie in Märchen üblich fand dieses Stück dank guter Taten des armen alten Mannes ein gutes Ende. Reis gab es nach der Vorstellung in Form von Reissnacks „Onigiri“. In Gesprächen erfuhr man viel über weitere interessante Bräuche im Lande Nippon. Das „Apothekenteam“ freute sich, dass neben einem „Stammpublikum“ auch wieder neue Gäste begrüßt werden konnten.